Identität 2: Einheit vs. Diversität

Nicht erst seit der massenhaft Verbreitung des Internets wird mit der vermeintlich festgelegten, scheinbar klaren Identität vielfältig gespielt. In der Literatur ist das Ich, das Selbst schon lange ein so gebrochener wie brüchiger Spiegel, der von schillernden und zahlreichen Möglichkeiten weit ab der Eindeutigkeit, die sich Behörden so sehr wünschen (siehe biometrischer Pass), zeugt. Nachdem wir uns mit den wichtigsten, theoretischen Hintergründen vertraut gemacht haben, beschäftigen wir uns im Blockseminar mit drei Romanen, in denen die Identität/en, aus denen heraus erzählt wird, ungewöhnlich und vieldeutig bzw. vielfältig sind.

Inhalte:

  1. „Wetten, du weißt nicht wer ich bin? Das Ich und seine (Versteck)Spiele“. Ein Einstiegsexperiment, gefolgt von einer theoretischen und einer praktischen Einführung ins Thema Identitäten und den Umgang mit der Literatur
  2. „Das Ich als Kostüm und Verkleidung“ – Enderlin, Gantenbein, Svoboda, gar Max Frisch selbst? Ich-Erfindungen als erzählerisches Grundmuster und Spiel in Max Frischs „Mein Name sei Gantenbein“
  3. „Eindeutig uneindeutig: Liebende/Liebender, Erzähler/Erzählerin? Geschlecht als Versteckspiel“ – Genderfragen, radikal gedacht und konsequent erzählt in Jeanette Wintersons „Written on the Body“
  4. „Wir erzählen, also sind wir“ – 7 Ich-Erzähler, aber nur zwei Körper: Multiple Persönlichkeiten als Thema, Inhalt und Erzählhaltung in Mischa Bachs „Stimmengewirr“