Coaching oder Lektorat

— was ist in welcher Phase des Schreibens, bei welchen Problemlagen jeweils das Richtige? Und wie unterscheiden sich diese beiden Arten professioneller Unterstützung für Autoren eigentlich? Als Faustformel gilt: Ohne Text kein Lektorat. Ohne konkrete Frage- oder Problemstellung kein Coaching. Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie im Folgenden.

Als Lektorin („Leserin“) ist die Basis meiner Arbeit Ihr Text. Ihn noch besser zu machen, darum dreht sich alles im Lektorat. Während es bei Sachtexten häufig allein um Verständlichkeit und Plausibilität des Inhalts sowie die konsequente Einhaltung des entsprechenden Fachjargons nebst dazugehöriger, stilistischer Vorgaben (etwa beim Zitieren von Fachliteratur) geht, sind die Aufgabenstellungen bei belletristischen Texten ausgesprochen indviduell. Beim einen mag es überwiegend um inhaltliche Aspekte gehen – funktionieren die Zeitabläufe von Haupt- und Nebenhandlungen, gibt es lose Enden, unklare Wendungen, etc. -, beim anderen dagegen hauptsächlich um Stilistisches und Sprachliches. Mal soll mithilfe des Lektorats „nur“ geklärt werden, ob die Handlung an sich funktioniert und spannend ist, dann wieder geht es tief ins Detail, etwa, wenn die Aufgabe fürs Lektorat lautet, auf die individuelle Sprache der verschiedenen Figuren zu achten. Im Grunde genommen ist man als Lektor so etwas wie ein Spürhund, der den Text im Auftrag seines Urhebers auf Probleme und deren Lösungen hin durchstöbert.

Beim Coaching dagegen bin ich so etwas wie der Sparringspartner meines Klienten, der im Dialog mit mir die Möglichkeit erhält, ein konkretes Problem im Schreibprozess kritisch zu hinterfragen. Dabei ist es unerheblich, wie weit dieser Prozess bereits gediehen ist und ob es überhaupt schon vorzeigbaren Text gibt. Oft findet ein Coaching in frühen Phasen der Arbeit statt – etwa, wenn beim Plotten eines Romanes Probleme auftreten, sich Nebenstränge als schwer integrierbar erweisen, Figuren nicht so wollen, wie sie es für die Geschichte müssten, etc. Ob ich zu Beginn des Coachings speziellen Lesestoff – wie eine Ideenskizze, eine Szenenliste, einen Plotablauf oder dergleichen – anfordere oder wir uns gleich gemeinsam zusammensetzen, hängt von der konkreten Problemstellung ab. Diese ist auch insofern wichtig, als das eigentliche Coaching als tatsächlicher Dialog von maximal zwei Stunden angelegt ist – was wiederum heißt, größere, langfristigere Fragestellungen geht man ggf. in mehreren Sitzungen an. Ob diese Sitzungen live, am Telefon oder per Skype geführt werden, ist dagegen sowohl eine Frage der Geografie wie des Geschmacks.

Und das deutet einen weiteren Unterschied zwischen Coaching und Lektorat an: Während bei ersterem das Honorar auf Stundenbasis erstellt wird, berechne ich es beim Lektorat je nach Problemlage, Umfang und Aufwand wahlweise auf Seiten- oder Stundenbasis oder biete ggf. ein Pauschalhonorar an. Aber das ist nun wahrlich ein sehr konkreter, höchst individueller Aspekt, den man im jeden Fall direkt mit mir klären sollte.